praxisgemeinschaft hubin/schneider/schmutz
Die praxisgemeinschaft hubin/schneider/schmutz ist ein Zusammenschluss der Kunst- und Geschichtsvermittler:innen Andrea Hubin, Karin Schneider und Wolfgang Schmutz. Sie verdichtet Erfahrungen, Kompetenzen und methodische Ansätze, um Räume für Diskurs und Lernen zu schaffen. Diese Arbeit findet im Kontext der österreichischen Geschichte, Kunst und Gesellschaft statt und versucht, gesellschaftliche Transformationsprozesse in einem globalen Bezugsrahmen zu thematisieren.
Die Praxisgemeinschaft hat im Oktober 2024 den Bildungsverein Lernen in gesellschaftlichen Spannungsfeldern gegründet und realisiert derzeit u.a. das Projekt BAU STELLE ANTISEMITISMUS.
Andrea Hubin
ist Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin, derzeit an der Kunsthalle Wien. Als Kunstvermittlerin gestaltet sie Denk- und Diskursräume und neue Vermittlungsansätze für eine Annäherung an komplexe gesellschaftliche Fragen durch und mit Kunst. Sie forscht, publiziert und lehrt zu Geschichte und Methoden der Kunstvermittlung. Aktueller Forschungsfokus: Kreuzungspunkte von Antisemitismus und Rassismus in Avantgardekunstbewegungen und kunstbezogener Reformpädagogik.
Karin Schneider
ist Kunstvermittlerin und Zeithistorikerin. Sie leitet seit 2019 die Kunstvermittlung der Museen der Stadt Linz (Lentos Kunstmuseum, Nordico Stadtmuseum) und koordinierte in dieser Funktion mit Wolfgang Schmutz und Paul Salmons das EU-Projekt MemAct (2020-2022). 2021-2023 Projektmitarbeit “Synoptic Storytelling in a multidirectional Vienna” an der Akademie der bildenden Künste Wien (gefördert Stadt Wien mit Friedemann Arbel-Derschmidt, Alaa Alkurdi, Anne Pritchard-Smith und Nikolaus Wildner). Von 2007-2022 unterschiedliche Projekten zu Kunstbasierter- und Aktionsforschung u.a. am “Institute for Art Education” der ZHdK und der Akademie der bildenden Künste Wien. Von 2001-2007 Stabstelle Kunstvermittlung am mumok.
Wolfgang Schmutz
ist Bildungsberater, Dozent und Gedenkstättenpädagoge. Spezialisiert auf teilnehmer:innenzentriertes und ortsspezifisches Lernen zu NS und Holocaust, Praxisentwicklung und Public-Memory-Projekte. Von 2009-2020 Mitarbeiter und Projektleiter an mehreren NS-Gedenkstätten, von 2020-2022 koordinierte er mit Karin Schneider und Paul Salmons das EU-Projekt “MemAct”. Derzeit berät er u.a. das USHMM sowie die Claims Conference und ist Dozent für Geschichte im Salzburg-Programm der University of Redlands.
Im Projekt BAU STELLE ANTISEMITISMUS
wirken mit ...
Anna Pech
ist bildende Künstlerin und arbeitet und lehrt seit 2021 als Universitätsassistentin an der Abteilung Kunst und Gestaltung an der Kunstuniversität Linz. Charakteristisch für Anna Pechs oft ephemere Installationen und Interventionen ist ein stets ortsbezogener und gesellschaftspolitischer Kontext. Vom Beginn der Produktion bis zur Präsentation der Arbeiten handelt sie in einem kontextuellen und referentiellen Raum. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit leitet sie Projekte im Bereich der kulturellen Bildung wie z.B. Jury der jungen Leser*innen (Verein Literaturbagage) oder How deep is your Love (Wiener Festwochen´25). Sie studierte Raum- und Designstrategien sowie Bildende Kunst (Experimentelle Gestaltung) an der Kunstuniversität Linz und an Partneruniversitäten u.a. in Rotterdam, Berlin und Bogotá.
Moritz Maschke
studierte bildende Kunst und Kunstvermittlung in Linz, Jerusalem und Bogotá. Seine Kunst fokussiert sich auf ortsbezogene Installation und Intervention, meist unter Einschluss der Öffentlichkeit. In zahlreichen Projekten mit Kindern und Jugendlichen inner- und außerhalb von Schulen sammelte er Erfahrungen mit alternativen und experimentellen Formen der Vermittlung. 2024 promovierte er mit „Humanstorks tangled Tracks“ bei Karin Harrasser. Moritz Matschke arbeitet als bildender Künstler, freischaffender Pädagoge und aktuell als Senior Artist am Institut für Kunst und Bildung an der Kunstuniversität in Linz. Seit 2019 ist er im Vorstand des Bildungs- und Kulturvereins A.R.E.A.L. in Wien.
Nora Hasan
ist Volksschullehrerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war Vorsitzende der Österreichischen Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien und arbeitete in dieser Zeit eng mit der Jüdischen Hochschüler_innenschaft zusammen, mit der sie zahlreiche Bildungs- und Gedenkveranstaltungen organisierte. Hasan organisiert eine europaweite Konferenz zur Holocaust Education und ist Teamleiterin sowie Organisatorin bei MoRaH Austria, das Gedenk- und Bildungsreisen für Schüler_innen aus ganz Österreich durchführt.
Anne Pritchard-Smith
ist AHS-Lehrerin mit Lehraufträgen an der Universität Wien sowie an Pädagogischen Hochschulen. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache in Wien und unterrichtete danach Jugendliche und Erwachsene im In- und Ausland Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Migration und Mehrsprachigkeitsdidaktik. Sie war Ko-Kuratorin der Ausstellung „Vielgeschichtig“ im Haus der Geschichte Österreich (hdgö).
Partner:innen
Wien Museum, Vermittlung
Das Wien Museum wird über seine Vermittlungsabteilung als externer Kooperationspartner eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Durchführung in allen Projektphasen spielen. Wir bauen dabei auf den intensiven Kontakten der Vermittlungsabteilung zu Wiener Berufsschulen auf. Im Rahmen der Zusammenarbeit verbinden wir einzelne Sammlungsbestände des Wien Museum (z.B. Objekte zur Osmanischen Belagerung, Objekte aus dem jüdischen Ghetto am Werd) mit Erinnerungsorten in der Stadt, um daraus Fragestellungen für die Boxen zu entwickeln. Gemeinsam mit den Vermittler:innen führen wir Methodenreflexionen und Veranstaltungen zum Thema durch.
Dr. Annemarie Steidl, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Annemarie Steidl ist assoziierte Professorin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Migrationen, Industrialisierung und Urbanisierung, Geschichte des Handwerks sowie Genderforschung und Methoden der Quantifizierung. In der unter anderem von Andreas Weigl 2015 herausgegebenen Sozialgeschichte Wiens, 1740-2010, erschien ihr Aufsatz "Ein attraktiver Anziehungspunkt für Zuwanderer aus ganz Europa. Wanderungsmuster nach Wien, 1740-2010". Ihre Monografie "On Many Routes. Internal, European and Transatlantic Migration in the Late Habsburg Empire" erschien 2021 bei Purdue University Press.
Prof. Dr. Thomas Hellmuth, Fachdidaktik Institut Geschichte
Thomas Hellmuth, Univ.-Prof. Dr., ist Professur für Didaktik der Geschichte an der Universität Wien (Institut für Geschichte, Zentrum für Lehrer*innenbildung), zuvor assoziierter Professor für Geschichtsdidaktik und Politische Bildung am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg, Universitätsassistent und Senior Scientist am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Johannes Kepler Universität Linz, dort Initiator und Leiter des Masterstudiums Politische Bildung, dreizehnjährige Erfahrung als Gymnasiallehrer. Derzeitige Forschungsschwerpunkte: Theorien und Methoden der Didaktik der Geschichte und politischen Bildung (insbesondere subjektorientierte Geschichts- und Politikdidaktik, Neue Kritische Geschichtsdidaktik), historisch-politische (Sinn-)Bildung, Kulturgeschichte Frankreichs und des Austrofaschismus, Lokal- und Regionalgeschichte. Publikationen (Auswahl): "Historisch-politische Sinnbildung. Geschichte – Geschichtsdidaktik – politische Bildung" (2014); "Frankreich im 19. Jahrhundert. Eine Kulturgeschichte" (2020); "Austrofaschismus. Eine Identitätsgeschichte" (2024).
Institut für Migrationspädagogik
Das Institut für Migrationspädagogik, initiiert durch PROSA – Projekt Schule für Alle!, bietet spezialisierte Fortbildungen für Jugendliche und Erwachsene an. Unsere Programme sind darauf ausgerichtet, ein fundiertes Verständnis für die Mechanismen von Rassismus und Diskriminierung zu fördern. Durch die modulare Schulung von Bildungsfachkräften und anderen Multiplikator:innen stärken wir deren Fähigkeit, in einer durch Migration geprägten Gesellschaft zu agieren und Veränderungen herbeizuführen. (https://migrationspädagogik.at/)
DÖW Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands
Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) ist ein wichtiger Partner bezüglich der Archivierung entstandener Ergebnisse einerseits und der Methodenreflexion und Unterstützung bei Recherchen andererseits. (https://www.doew.at/)
Konsultation
Yariv Lapid und Paul Salmons
Yariv Lapid und Paul Salmons sind als internationale Berater im Bereich Holcocaust Education tätig, u.a. für das United States Holocaust Memorial Museum (USHMM), die Claims Conference und UNESCO. Ihre Expertise umfasst sowohl Bildungsansätze als auch Bildungsforschung. Ihre laufende Entwicklungsarbeit an einer teilnehmern:innenzentrierten Methodik und Lernpraxis (gemeinsam mit Wolfgang Schmutz) wird die Konzeption und Anwendung des Lerntools informieren. Darüber hinaus werden sie dem Gesamtprojekt beratend zur Seite stehen.
Evaluation
Sabrina Isić
Sabrina Isić ist Lehrbeauftragte für Angewandte Sozialpsychologie an der Ruhruniversität Bochum und war zuletzt Stellv. Leitung der NGO Pacemaker Initiative. Ihr Fokus liegt auf sozialpsychologischen Einsichten in Transformationsprozessen und wie diese (praxisorientiert) nutzbar werden.