1. Was ist die Baustelle?

    Das Projekt Baustelle Antisemitismus entwickelt, aktiviert und beforscht ein Lerntool zum tief in der Wiener Gesellschaft verankerten Antisemitismus und zu dessen identitätstiftenden Aspekten. Methodisch entfaltet sich das Lerntool als partizipative Praxis zeitgemäßer Erinnerungsarbeit, an der sich verschiedene gesellschaftliche Akteur:innen beteiligen.

  2. Was ist das Ziel des Projekts?

    Das Lernttool öffnet Räume, um zu verstehen, wie Antisemitismus mit diversen Ausgrenzungsmechanismen verwoben ist und eine fundamentale Gefährdung des demokratischen Zusammenlebens bedeutet. Gesellschaftliche Spannungsfelder sollen als Lernchancen nutzbar werden.

  3. Wie funktioniert das Lerntool?

    Das Lerntool besteht aus mobilen Boxen, die übereinander geschichtet und als Sitzgelegenheiten nutzbar sind. Es wird bestückt mit Materialien zu Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus in Wien, die in einem partizipativen Stadtforschungsprozess entwickelt werden. Es wird an öffentlichen Orten, in Schulen und Museen zur Benutzung bereitstehen.

  4. Wie thematisiert es Antisemitismus?

    Das Lerntool beforscht Verbindungslinien und Knotenpunkte zwischen Antisemitismus und anti-muslimischer Diskriminierung, Antislawismus, Rassismus und der Ausgrenzung und Abwertung von Menschen mit Migrationserfahrungen. Die Beteiligten verweben diese vielschichtigen Diskriminierungstraditionen in Wien auch mit historischer und jüngerer Migrationsgeschichte. Dabei auftretende Reibungspunkte, Konflikte und Widersprüche erachten wir als produktiv und notwendig. Es geht um die Entwicklung geteilter Perspektiven auf die Wirkmächtigkeit von Antisemitismus und die gesellschaftlichen Dynamiken, die er auszulösen vermag.

  5. Wer betreibt die Baustelle?

    Das Projekt wird entwickelt und durchgeführt von der praxisgemeinschaft hubin/schneider/schmutz, Bildungsverein Lernen in gesellschaftlichen Spannungsfeldern und wird gefördert von der Stadt Wien Kultur (MA 7), Call 2024: Zeitgemäße Formen des Erinnerns. Für die Entwicklung und Bespielung der Baustelle hat sich die praxisgemeinschaft mit unterschiedlichen Expert*innen im Feld zusammengetan. Künstlerische Gestaltung: Anna Pech und Moritz Maschke. Entwicklung & Reflexion: Anne Pritchard-Smith, Nora Hasan. Gastbeitrag Box-Entwicklung: Muhammet Ali Baş. Partner:innen/critical friends: Institut für Migrationspädagogik, Wien Museum Vermittlung, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, Assoz. Prof. Dr. Annemarie Steidl (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien), Univ. Prof. Dr. Thomas Hellmuth (Leitung Institut für Geschichtsdidaktik, Universität Wien). Beratung: Yariv Mapid und Paul Salmons. Evaluation: Sabrina Isić.